Das Projekt Sternenpark

Im Westhavelland wird es nachts so dunkel, wie in nur wenigen anderen Landstrichen in Deutschland. Zudem ist fast die gesamte 1380 Quadratkilometer große Region als Naturpark ausgewiesen und genießt daher einen besonderen Schutzstatus. Diese Gründe sowie die Nähe zum Ballungsraum Berlin/Potsdam und die daraus resultierende leichte Erreichbarkeit für unzählige Menschen führte zur Anerkennung des Naturparks Westhavelland als „Dark Sky Reserve“ durch die International Dark Sky Association (IDA), die Internationale Gesellschaft zum Schutz des dunklen Nachthimmels. Die Bezeichnung „Reserve“ wurde im deutschen zum Sternenpark – zum ersten deutschen Sternenpark! Am 12. Februar 2014 wurde dem Naturpark Westhavelland von der IDA der Titel offiziell verliehen.

 

Der Naturpark Westhavelland ist einer der wenigen Regionen Deutschlands, die noch einen annähernd natürlich dunklen Nachthimmel haben. Weitere Voraussetzungen für eine Anerkennung als Sternenpark sind eine Zone ohne Beleuchtung, ein Beleuchtungsplan (Beleuchtungsrichtlinie) sowie eine intensive Öffentlichkeitsarbeit.

 

Nach den ersten Lichtmessungen im Jahr 2009 hat der Naturpark mit Unterstützung Dr. Andreas Hänels (Vereinigung der Sternenfreunde, Leiter der Fachgruppe Dark Sky) intensiv daran gearbeitet, diese Voraussetzungen für die Anerkennung als Sternenpark zu schaffen. Ein entscheidender Schritt war getan, als sich die Kommunen des Naturparks mehrheitlich zur Einhaltung der Beleuchtungsrichtlinie bekannt haben, um den dunklen Nachthimmel im Naturpark zu erhalten und zu verbessern.

Der Sternenpark umfasst den gesamten Naturpark mit seinen 1.315 Quadratkilometern sowie die Gemeinde Schollene und ist in Kernzone, Pufferzone und Außenzone (Kulisse des Sternenparks) unterteilt.

 

Mit der Anerkennung als Sternenpark wird das Engagement des Naturparks und der Kommunen gewürdigt, dafür zu sorgen, dass künftig verantwortungsvoll und bewusst mit künstlichem Licht zum Schutz der Nacht, der Gesundheit des Menschen und des Lebensraumes nachtaktiver Tiere umgegangen wird.

 

Die „Lichtverschmutzung„, also die Aufhellung der Nacht durch künstliches Licht, wird zunehmend als Problem und Gefahr für Natur und Menschen erkannt. Weltweit hatte die IDA bis 2014 nur 24 Sternenparks ausgezeichnet, unter anderem in Namibia und Neuseeland. In Europa gab es seinerzeit nur acht Sternendestinationen. Die Region um den Ortsteil Gülpe (Gemeinde Havelaue, Amt Rhinow, Landkreis Havelland) nur 70 Kilometer westlich von Berlin gilt unter Astronomen als einer der dunkelsten Orte Deutschlands.

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